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Gasversorgung: Mehr Vorsorge für den Winter 2026/27

Gasversorgung: Mehr Vorsorge für den Winter 2026/27

Die Gasspeicher in Europa sind tief gefüllt. Der Bund hat das Speicherziel flexibler gestaltet und sichert mit der Gaswirtschaft zusätzliche Mengen für den Winter.

Gasversorgung im kommenden Winter

Die Gasversorgung für den Winter 2026/27 ist gesichert, die Lage bleibt aber angespannter als in normalen Jahren. Ein Überblick über die Entwicklungen dieses Jahres:

Flexibleres Speicherziel (April)

Der Bundesrat hat im April die Sicherstellungsverordnung für Erdgas angepasst. Das Speicherziel von 15 % des Jahresverbrauchs muss nicht mehr genau am 1. Dezember erreicht sein, sondern im Zeitraum 1. Oktober bis 1. Dezember. Die Regel gilt für 2026 und 2027 und entspricht der EU-Regelung. So sollen unnötige Mehrkosten für die Gaskundschaft vermieden werden.

Tiefe Füllstände in Europa (Juli)

Mitte Juli waren die europäischen Gasspeicher erst zu rund 51 % gefüllt, der Zehnjahresschnitt liegt bei 66 %. Erwartet wurden für den Herbst Füllstände von 70–75 % statt der üblichen 85–90 %. Weil die Preise auch im Sommer hoch bleiben, lohnt sich das Einspeichern für die Händler kaum noch. Ein akutes Versorgungsproblem besteht nicht, bei einem kalten Winter ist das System aber anfälliger.

Zusätzliche Option auf Transitgas (August)

Bund und Gaswirtschaft haben eine Option auf Transitgas vereinbart, das von Frankreich durch die Schweiz nach Italien fliesst. Sie deckt rund einen Zehntel des Winterverbrauchs ab und gilt vom 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027. Für ein Einfamilienhaus mit 20 MWh Verbrauch rechnet der Bund mit Mehrkosten von 2 bis 3 Franken.